Ökumene

Danke für die gute Ökumene!

Im Kleinwalsertal läuft allerhand ökumenisch: Pilgern, Sommerfest "Zääma", dialogisch-konfessioneller Religionsunterricht, gute Nachbarschaft mit gegenseitigen Vertretungen falls nötig, Weltgebetstag sind die Stichworte. Hinter ihnen steht konkretes Leben.

Kirchenschilder ökumenisch in Hirschegg an der Walserstraße

Ich möchte mich ganz herzlich für die gute ökumenische Zusammenarbeit und das Zusammenleben in „versöhnter Verschiedenheit“ im Kleinwalsertal bedanken.

Frank Witzel und Josef Walter, evang. und kath. Pfarrer Frank Witzel und Josef Walter, evang. und kath. Pfarrer in Mittelberg

Sie baut darauf auf, dass 1999 in der Annakirche in Augsburg die "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre" von beiden Seiten unterzeichnet wurde.

Es ist zudem etwas ganz Besonderes, wenn Kirchengemeindeglieder der einen Konfession für die der anderen mitdenken. Danke!

Eine schöne Begegnung dieser Art fand mit Brigitte Felder und Günter Koch statt. Sie haben einen Artikel zur Geschichte der Evangelischen in Österreich ausfindig gemacht, der am 23. und am 30.10.1981(!) im Walser Lokalblatt erschienen ist. Er ist auf unserer homepage unter www.kleinwalsertal-evangelisch.de/kreuzkirchen-infos unter der Rubrik Geschichte zu finden.

Gerade im Reformationsjahr gewinnt die Ökumene an Fahrt: Einträchtig bauen der katholische Münchner Kardinal Reinhard Marx und der evangelische Vorsitzende des Rats der Evangelischen Kirchen in Deutschland Heinrich Bedford-Strohm (zugleich unser evangelischer, bayerischer Landesbischof) Brücken. Auch Papst Franziskus feierte mit Vertretern des Lutherischen Weltbundes Gottesdienst. In Zukunft sollen weitere Schritte zueinander folgen.

Deutlich wird: Was uns verbindet, ist mehr, wichtiger und tragfähiger als das, was uns trennt.

Zugleich geben sie  uns allen etwas Nachdenkliches zum gemeinsamen „ökumenischen Zeugnis“ mit:

Alle drei, Kardinal Marx, EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm und Papst Franziskus, sind sich nämlich in einer prophetischen Kritik einig: Das, was die Menschheit trennt, ist weniger die Konfession, die Nation, die Sprache, die politische Vorliebe oder sonst etwas, wovon Presse und Nachrichten voll sind. Was die Menschheit vor allem spaltet, ist die Frage von Armut und Reichtum.

Ich meine, mit dieser prophetischen Kritik haben sie auch die Grundtendenz der Bibel auf ihrer Seite. Es würde sich lohnen, ernsthaft darüber nachzudenken. Schnelle Antworten wird es dabei nicht geben, bequeme auch nicht, wenn sie tragfähig sein sollen. 

Da sind wir alle, ich auch, in Frage gestellt – wieder eine ökumenische Gemeinsamkeit.

Mit dieser Frage werden sogar auch die in Frage gestellt, die sich nicht zur Kirche und zum Glauben halten. Die Frage nach Armut und Reichtum geht alle an…

Herzlich, ihr und euer Frank Witzel

 

Ökumenische Infos aus dem Kleinwalsertal gibt es auch unter www.pfarre-riezlern.de. In ökumenischer Verbundenheit finden Sie dort auch den aktuellen evangelischen Gemeindebrief als download. Das finden wir klasse. Danke auch dafür!

Die Idee, den katholischen Papst, sozusagen als Bischof von Rom, als ökumenischen Sprecher auch der evangelischen Christenheit zu sehen, finde ich gar nicht abwegig. Der Papstprimat wäre dann ein Ehrenprimat ohne Lehrautorität aber mit Sprecherfunktion.

Andere sehen dies anders ... Denken Sie mit! Reden Sie mit!

Impulse zum Gespräch liefert der Gemeindebrief "Mosaik" und das Gespräch von drei profilierten Persönlichkeiten, die ich schätze: Margot Käßmann, Thies Gundlach und Dorothea Wendebourg. Download siehe unten